Smart und inklusive City

Smart und Inklusive City (SuIC)

 

Integrierte Gestaltungsansätze für eine bessere Nutzbarkeit und Zugänglichkeit von städtischen Räumen für Alle

Arbeitsgruppe:
Jun.-Prof. Dr.-Ing. Martin Knöll & a.o. Prof. Dr.-Ing. Sabine Hopp als co-verantwortliche Wissenschaftler
Dipl.-Ing. Marianne Halblaub Miranda

Der Schwerpunkt ist der öffentliche Raum, seine Gestaltung, Konzeption, Materialwahl, Oberflächen, Lichtsysteme, Orientierung, Sicherheit, digitale Systeme und deren Vernetzung, um die Akzeptanz der NutzerInnen – mit oder ohne Einschränkung – zu erhöhen und Orte des Wohlfühlens und Aufenthaltes zu entwickeln. Der Fokus liegt auf der Auseinandersetzung mit urbanen und gesellschaftlichen Fragestellungen. Der technische Ansatz des Smart City kann als zusätzliches planerisches Hilfsmittel fungieren, wobei diese transparent einzusetzen ist, denn „Technologie bestimme unsere Gesellschaft. Sie sei aber nicht neutral. Wichtig sei es darauf zu achten, dass Systeme offen seien und den Bürgern die Möglichkeit der Mitgestaltung und Mitbestimmung geben.“ (Marleen Stikker, Waag Society Amsterdam)

Es sollen somit verschiedene Parameter/ Komponenten zusammengeführt, analysiert und evaluiert werden, um die Zusammenhänge mit Wahrnehmung sowie Orientierung in urbanen Strukturen besser zu verstehen. Ziel ist, die Thematik 'Access for All im Kontext mit Urbanität' in der Lehre zu verankern sowie Synergien in der Forschung zu nutzen.

Wir planen gemeinsam mit Studierenden auch digital gestützte Leitsysteme u.a. für Menschen mit kognitiven und motorischen Einschränkungen entwickeln und testen. Dabei sollen Grundlagen der inklusiven Stadtgestaltung vermittelt und wenn möglich, neuartige Erkenntnisse zur Wirkung u.a. von Materialoberflächen in Stadträumen als Teil eines forschenden Lernens erarbeitet werden. Diese Fragestellung wird im Rahmen eines Entwurfs ab dem WS 16/17 an einem jeweils zentralen innerstädtischen hochkomplexen Platz bearbeitet werden. Bei Vor-Ort-Begehungen sowie begleitenden Korrekturen/ Seminaren ist die Öffentlichkeit erwünscht, insbesondere Senioren, Menschen mit Handicap, Kinder, Jugendliche, Menschen anderer Kulturkreise und Sprachen etc.

Die Erkenntnisse der studentischen Arbeiten sollen anschließend der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, z.B. anhand einer Ausstellung/ Veranstaltung. Bei einer solchen Präsentation könnten interessierte Bürger zudem die Möglichkeit erhalten, sich aktiv einzubringen. Dies könnte einer Bemusterung der Oberflächen sowie Materialien und das Testen einer App, anhand von Haptik, Sensorik, Akustik usw. Ziel sollte somit ein Mitwirken/ Partizipation sowie Mitgestaltung von öffentlichen Räumen sein.

Das Forschungsprojekt von a.o. Prof. Dr.-Ing. Architektin Sabine Hopp ist der bestehenden Forschungsgruppe von Jun.-Prof. Dr.-Ing. Architekt Martin Knöll – Urban Health Games – am Fachbereich Architektur, FG Stadt angegliedert. Die Forschung und Lehre wird im Team (Knöll, Hopp, wiss. Mitarbeiter/in sowie Tutor/in) organisiert.

Laufzeit: WS16/17 – WS 20/21

Weitere Informationen sowie das aktuelle Entwurfsthema befinden sich auf folgender website:
www.tudarmstadt.bplaced.net/Smart%20und%20Inklusive%20City/

 

Aktuell

Selbstsicher! – Anerkennung für studentischen Entwurf
beim Hessischen Staatspreis für Universelles Design (20.11.2018)

Im vergangenen Jahr haben sich Studierende der Forschungsgruppe Urban Health Games am Fachbereich Architektur im städtebaulichen Entwurf „Lui rennt! – Stadtgestaltung für eine inklusive Stadtmitte Darmstadt“ mit der Qualität des Luisenplatzes als Aufenthaltsort und Mobilitätsknotenpunkt für Kinder und Jugendliche, Seh- oder Hörgeschädigte sowie Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Ältere auseinandergesetzt. In Rahmen des Entwurfs wurden in Zusammenarbeit mit Nutzern und Experten Konzepte entwickelt werden, die den Zugang und die Aufenthaltsqualität des Luisenplatzes (für eine der Gruppen) im Sinne des Universal Design erhöhen.

Der Entwurf „Selbstsicher!“ von Carolin Simon, Jana Weber, Frederik Dauphin und Susanne Krug wurde nun am 20. November 2018 mit einer Anerkennung beim Hessischen Staatspreis für Universelles Design ausgezeichnet. Anliegen des Preises ist es, die Idee einer inklusiven Gesellschaft zu fördern, in der Menschen mit unterschiedlichen körperlichen, intellektuellen oder mentalen Fähigkeiten mit großer Selbstverständlichkeit miteinander leben. Hierzu prämiert der Hessische Staatspreis für Universelles Design zukunftsweisende Konzepte, die eine universelle Nutzung von allen Bereichen der Alltagskultur ermöglichen.

Ausgewählt wurde „Selbstsicher!“ aus 71 Einreichungen für die Kategorie „Nachwuchspreis“. Die Studierenden schlagen in Ihrem Entwurf eine Ergänzung der raumbildenden Strukturen der Straßenbahngleise sowie der Umgebungsbebauung des Luisenplatzes durch ein System von Leitlinien für Blinde und Seheingeschränkte vor. Die Leitlinien doppeln die Gleise im sicheren Abstand, kanalisieren die Querung über die Gleise und führen von den Haltestellen zu den sicheren Bereichen am Rand des Platzes. Aus dem Konzept folgt eine Bodengestaltung, die durch Farb- und Materialwechsel klar in Bewegungs-, Gefahren und Ruhezonen unterscheiden lässt.

Weiterführende Links

Hessischer Staatspreis für Universelles Design 2018

Dokumentation des Entwurfs „Lui rennt“, hrsg. von Prof. Dr. Martin Knöll, Dipl.-Ing. Marianne Halblaub Miranda und a.o. Prof. Dr. Sabine Hopp